Privatfernsehen oder lieber Öffentlicher Rundfunk?

08.10.2009

Hier meine Position zum Thema GEZ / Öffentlicher Rundfunk: Hier gibt es echten Reformbedarf!

Als Mitte der 80er Jahre in Deutschland das Privatfernsehen eingeführt wurde, war das gut und richtig.

Versäumt wurde aber eine klare Trennung der Aufgaben und Finanzierungskonzepte, was sich heute bitte rächt.

Mit der privaten Konkurrenz nämlich begannen die Öffentlich-Rechtlichen Sender ebenfalls auf eine neue Währung zu setzen: Die Einschaltquote und damit verbundene Einnahmepotentiale aus der Werbung.

Die ehemals restriktiven Grundsätze für die Werbung auf den durch unsere Steuern und die Zwangsabgabe GEZ finanzierten Sendern wurden zusätzlich immer mehr aufgeweicht, so dass selbst der Tatort am Sonntag nicht ohne einen präsentierenden Biersponsor auskommt.

Der Wettbewerb mit den Privaten führte im Gesamtergebnis zu einer deutlichen Verschlechterung der Qualität der Fernsehlandschaft. Es scheint ein allseitiger Wettbewerb um die dämlichsten Sendungen entbrannt zu sein, nur um "Quote" zu machen.

Doch wie gegensteuern?

Ich plädiere für eine deutliche Trennung der Finanzierung. Das Privatfernsehen finanziert sich weiterhin aus Werbung, die Öffentlich-Rechtlichen Sender aus öffentlichen Mitteln unter Verzicht auf Einnahmen aus Werbung und Sponsoring. Zusatzeinnahmen durch Werbung im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen werden auf die GEZ-Gebühren angerechnet. Sprich, wenn durch Werbung zusätzliches Geld eingespielt wird, kommt das uns Gebührenzahlen zu Gute!

Der Öffentlich-Rechtliche Auftrag wird insofern genauer definiert, als dass Sendeformate, die von Privaten ausreichend abgedeckt werden, nicht zum Angebot der Öffentlich-Rechtlichen gehören. Oder anders gesagt, ARD und ZDF mit Ihren gesamten Dritten Programmen und Spartenkanälen machen den Privaten keine Konkurrenz, sondern konzentrieren sich auf ihre Kernaufgabe, die Versorgung der Bevölkerung mit Informationen und Wissen.

Konkret sehe ich dann keinen Bedarf mehr für eine sündteure "Bundeliga" im Ersten, "Wetten Dass?" im Zweiten oder Musikantenstadel & Co. Es darf nicht sein, dass unsere Zwangsaabgaben dazu genutzt werden, Sendeformate einzukaufen oder zu produzieren, die bestens von den Privaten abgedeckt werden. Und dieser Wettbewerb darüber hinaus dazu führt, das z. B . die Rechte für die Bundesliga so teuer werden, dass Privatsender den Kürzeren ziehen müssen.

ARD, ZDF & Co. sollen sich, wenn es nach mir geht, wieder mehr um Wissen, Bildung und Qualitätsnachrichten kümmern. Nichts gegen Thommy Gotttschalk, aber der ist auch bei RTL gut aufgehoben.

Und der Effekt? Einfach und logisch. Wenn Werbeeinnahmen keinen direkten Nutzen für die Macher bringen, werden sie nicht mehr so auf die Quote schielen, sondern wieder mehr auf die Qualität.

Jetzt bräuchte es nur noch etwas politischen Mut!

 
 
 

(C) 2012 Andreas Keck