Mindestlohn ist Unfug.
Welcher Bäcker würde wohl bei allgemein stockendem Absatz seiner Brötchen auf die Idee kommen einen "Mindestbrotpreis" einzuführen. Wohl keiner, der nur ein Quentchen wirtschaftlichen Sachverstand besitzt.
Ein Mindestbrotpreis, der über einem akzeptierten Marktpreis läge, würde nämlich unweigerlich dazu führen, dass Menschen entweder auf andere Nahrungsmittel ausweichen, ihr Brot selber backen, sich im Ausland versorgen oder es auf anderen Wegen organisieren.
Auf den Arbeitsmarkt übersetzt heisst das schlicht: Abbau von Arbeitsplätzen durch Rationalisierung, Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und Schwarzarbeit.
Deshalb nochmal in aller Deutlichkeit: Mindestlohn bedeutet aktive Jobvernichtung und Förderung von Schwarzarbeit!
Jeder, der diesen fordert, sollte sich dies bewußt machen! Insbesondere, wenn er soziale Verantwortung für sich reklamiert.
Auch wenn wirtschaftsferne Berufspolitiker wie Franz Maget neben vielen anderen selbsternannten Sozialexperten so publikumswirksam behaupten, Mindestlöhne würden davor schützen für Hungerlöhne arbeiten zu müssen, ist es die nunmal die Wahrheit, dass diese allenfalls davor schützen, überhaupt eine Arbeit zu bekommen.
Mindesteinkommen statt Mindestlohn. Das ist der richtige Weg.
Denn im heutigen globalen Wettbewerb mir Maschinen, billigeren Arbeitskräften in anderen Ländern und der Schwarzarbeit ist eines sicher: Jobs mit einem Lohnniveau, das sich für den Arbeitgeber nicht rechnet, wird es nicht geben.
Ich meine: Lieber trägt jemand mit seiner Arbeit nur einen Teil zu seinem persönlichem Einkommen bei und wird ergänzend von der Gemeinschaft unterstützt, als zu 100% alimentiert und frustriert von Hartz IV leben zu müssen.
Dieses Grundmodell kann man jetzt aktivierende Sozialhilfe, Kombilohn, Bürgergeld oder wie auch immer nennen. Über die Details wird man sich einigen können. Entscheidend ist für mich, dass sich Arbeiten mehr lohnt als Nichtstun, Schwarzarbeit wirksam unterbunden wird und jeder auf diesem Weg ein würdiges Einkommen erhält.
Marktkonform gestaltet und clever konstruiert werden auch die so vehement befürchteten Mitnahmeeffekte der Arbeitgeber in Grenzen bleiben. Und in jedem Fall deutlich geringer ausfallen als die positiven Auswirkungen.
Ein solches Konzept wird schnell und nachhaltig zur Entlastung der Sozialsysteme beitragen. Jeder einzelne Euro, der so verdient wird, wirkt vierfach: Er spart staatliche Sozialtransfers, holt Schwarzarbeit aus der Legalität zurück, hilft dabei den Aufschwung nachhaltig zu beflügeln und gibt den Menschen wieder eine Perspektive. Und spart wertvolle Steuergelder, die wir dringend zum Beispiel für Bildung und Forschung brauchen.
Also, liebe Gewerkschaften & Co, verehrte Parteien und Verbände, die ihr soziale Verantwortung für euch reklamiert und sie uns Liberalen immer wieder absprecht. Fangt doch endlich das Denken an und lasst von dem Unsinn Mindestlohn ab.
Mindesteinkommen und damit allgemeinverträgliche Absicherung: ja.
Mindestlohn und damit weitere Arbeitsplatzvernichtung: nein.
Mehr dazu im Artikel "Weihnachtsangst", Autor Prof. Hans-Werner Sinn in der Wirtschaftswoche vom 26.11.2007