Jetzt weiß ich, warum Mieterstrom nicht wirklich läuft...

19.06.2020
Andreas Keck
Jetzt weiß ich, warum Mieterstrom nicht wirklich läuft...

Bin gerade sprachlos. Unsere Wohneigentümergemeinschaft mit 9 Häusern könnte auf ihren Dächern mit einer Investition von rund 200.000 € inkl. Zwischenspeicher ca. 125.000 kWh Strom pro Jahr produzieren und damit u.a. die geplanten Ladeeinrichtungen für E-Mobile in der Tiefgarage versorgen. Bei rund 30 Cent pro kWh sind das als Milchmädchenrechnung rund 37.500 € Ersparnis pro Jahr, was sich im Verhältnis zur nötigen Investition schnell rechnen würde. Aber halt nur theoretisch. Weil jetzt der Staat ins Spiel kommt und mit seiner Bürokratie das ganze Konzept ad absurdum führt. Alle Regelwerke rund um die Thematik verteuern das Vorhaben derartig, dass es sich am Ende nicht rechnet und wir lieber weiter Kohle in Unterföhring für unseren Strom verbrennen lassen als diesen selbst zu produzieren.
Ein wesentlicher Grund dafür ist wohl, dass ein Modell, das für uns eigentlich super wäre, das sogenannte Mieterstrommodell, bei uns für jedes unserer neun Häuser einzeln aufgesetzt werden müsste – mit soviel Folgekosten, dass es sich insgesamt nicht mehr rechnet. Jeder Hausanschluss braucht nämlich ein eigenes Mieterstrommodell – selbst wenn es eine WEG wie in unserem Fall ist. Völliger Irrsinn.
Hier kann ich nur die Politik auffordern schnellstens Abhilfe zu schaffen und zu erlauben, dass u.a. WEGs mit mehreren Häusern als eine Anlage gewertet werden dürfen. Technisch ist das laut Experten kein Ding, es würde reichen, wenn die bestehenden Hausanschlüsse zu einer "virtuellen" Anlage zusammengefasst werden dürften ohne dass der zwischen den Häusern ausgetauschte Strom als "öffentlich" und damit nicht mehr als selbstgenutzt gewertet wird. Aber vermutlich ist eigenproduzierter Strom nicht wirklich im Fokus der Stadtwerke und des Staates – schließlich verdienen sie damit ja nix oder deutlich weniger. Blödes Spiel.

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