Klimaschutz wählen und Sozialismus bekommen? Ja das geht.

24.08.2020
Andreas Keck

Laut Infratest Dimap hätten 49% der Wähler gerne Schwarz-Grün als Regierungsbündnis. 60% der Grünen-Anhänger wiederum bevorzugen ein Rot-Rot-Grünes Bündnis. Interessant, wie ich meine. Meine Erklärung: Es gibt ein Sehnsucht im bürgerlichen Lager nach ökologischer Erneuerung, die man auf eine grüne Regierungsbeteiligung projeziert.

Aus meiner Sicht sind die Grünen aber mehrheitlich eine linke Partei. Mit einem starken Hang zu staatlicher Intervention. Deshalb wird es im Falle eines Falles wohl doch eher zu Rot-Rot-Grün kommen. Das kann man jetzt als akzeptablen Kollateralschaden beizeichnen oder doch lieber als Horrorszenario?

Was aber wollen die Menschen?

Nun, hüten wir uns vor Generalisierungen. Was will eine mögliche Mehrheit? Ich behaupte Sicherheit, Prosperität und Zukunft. Dabei spielt das Klima genauso wie gerade hochaktuell die Gesundheit eine große Rolle. Beide wiederum stürzen uns in ein schwieriges Dilemma. Der Schutz vor der COVID-19 Pandemie bringt herbe wirtschaftliche Einschränkungen mit sich, der notwendige Klimaschutz ist auch nicht umsonst zu haben und bedeutet Veränderung, finanzielle Anstrengungen und im ein oder anderen Fall auch der Abschied von lieb gewonnenen Geschäftsmodellen und Gewohnheiten.

Eigentlich wäre da Platz für eine Partei, die uns unsere Chancen auf Zukunft sichert.

Weniger dogmatisch als die Grünen, mutiger und progressiver als CDU/CSU, mit mehr wirtschaftlichem Sachverstand als die SPD und ohne kommunistische Attitüden wie bei der Linken. Und zu AfD zu soviel: Probleme zu leugnen (wie beim Klimawandel oder COVID-19) ist nicht dasselbe wie Probleme lösen.

Meine FDP könnte diese politische Marktlücke füllen. Könnte...

Sie könnte mutig streiten für ökologische, ökonomische und natürlich auch  staatliche Erneuerung (also weniger Staat, weniger Steuern und weniger Bürokratie), wobei in allen drei Fällen die Digitalisierung eine zentrale Rollen spielen wird.

Aber leider ist die Partei wieder mal viel mit sich und möglichen Machtkonstellationen beschäftigt und ihre Führungskräfte mit der Sicherung ihrer Mandate, die angesichts schwindender Zustimmung hochgradig gefährdet sind – keine guten Voraussetzungen für mutige Vorwärtsstrategien. Schade. Natürlich müsste sie auch ihre fast schon reflexartige Scheu vor „grünen“ Themen ablegen, sich ihrer Vison besinnen und ihre Prioritäten in Teilen neu setzen. Ja, das wäre was...

Ach ja, wer jetzt eine mangelnde thematische Breite in diesem Artikel kritisiert, dem empfehle ich das Lesen meines Posts zur thematischen Ausrichtung der FDP, wie ich sie mir wünschen würde.

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